{"id":160,"date":"2025-05-24T09:52:40","date_gmt":"2025-05-24T09:52:40","guid":{"rendered":"https:\/\/zwicky-stiftung.ch\/?page_id=160"},"modified":"2025-05-24T09:52:40","modified_gmt":"2025-05-24T09:52:40","slug":"biografie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zwicky-stiftung.ch\/index.php\/biografie\/","title":{"rendered":"Biografie"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>Fritz Zwicky, geboren 14.Februar 1898 in Varna, gestorben 8.Februar 1974 in Pasadena.<br><br>Zwicky entstammt einem Zweig der ber\u00fchmten Molliser Familie, der schon seit Generationen im Ausland wirkte.<br><br>Sein Vater war Vertreter von Glarner Textilfirmen und Schweizer Fabrikanten in Varna am Schwarzen Meer und blieb bis fast an sein Lebensende dort. Fritz Zwickyverbrachte nur die ersten sechs Jahre in Varna, hernach besuchte er die Primarschule und die H\u00f6here Stadtschule in Glarus. Nach der Maturit\u00e4t an der Industrieschule (heute Mathematisch-Naturwissenschatliches Gymnasium) in Z\u00fcrich studierte er an der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule (ETH) in Z\u00fcrich Mathematik und Physik. Nach dem Doktorat (1922) arbeitete er hier als Assistent, bis er 1925 von der Rockefeller Foundation mit einem Stipendium ans California Institute of Technology in Pasadena geholt wurde. Fortan wirkte er an dieser ber\u00fchmten Bildungsst\u00e4tte als theoretischer Physiker, sp\u00e4ter Astrophysiker. An den Sternwarten von Mt.Wilson und Palomar war er ein erfindungsreicher Astronom. Seiner Heimat f\u00fchlte er sich zeitlebens eng verbunden. Er schrieb einmal \u00fcber sich und seine Vorfahren: &#171;Wir hoffen,der Welt und unserer Heimat dadurch gedient zu haben, indem wir gleichzeitig die Lokalpatrioten und Weltb\u00fcrger spielten.&#187;<br><br><strong>Physiker, Astronom und Raketenforscher<\/strong><br><br>1933 erregte er durch seine Deutung der Supernovae als Neutronensterne Aufsehen. Genau wie vorausberechnet, entdeckte er in den Jahren 1937-39 selber ein Dutzend; insgesamt hat er 123 entdeckt. Im Zweiten Weltkrieg widmete er sich dem Zivilschutz in Pasadena, der Raketentechnik und dem Aufbau eines praktischen Hilfsprogramms f\u00fcr kriegsgesch\u00e4digte wissenschaftliche Bibliotheken. 1943-49 war er wissenschaftlicher Direktor der Raketenfirma Aerojet und massgeblich an der Verbesserung von Triebwerken und Antriebsstoffen beteiligt; zahlreiche Patente zeugen heute noch davon. Nach dem Ende des Krieges wurde er von h\u00f6chsten milit\u00e4rischen Stelle auf wissenschaftliche Missionen nach Deutschland und Japan geschickt. 1949 erhielt er f\u00fcr seine Leistungen die vom amerikanischen Pr\u00e4sidenten verliehene &#171;Medal of Freedom&#187;. 12 Tage nach dem ersten Sputnik,am 16.Oktober 1957, schoss er das erste Objekt von Menschenhand f\u00fcr immer von der Erde fort.<br><br><strong>Morphologie als Totalit\u00e4tsforschung<\/strong><br><br>Seit den dreissiger Jahren entwickelte er die morphologische Methode. Mit ihr lassen sich auf allgemeine und umfassende Weise die verschiedensten Probleme l\u00f6sen. Als Grundbedingungen dieser &#171;Totalit\u00e4tsforschung&#187; nannte Zwicky Vorurteilslosigkeit und Mut. Je nach Problem, das gel\u00f6st werden soll, lassen sich etwa ein Dutzend morphologische Methoden unterscheiden, z. B. verschiedene Arten des &#171;morphologischen Kastens&#187; &#8211; darunter die &#171;systematische Feld\u00fcberdeckung&#187; &#8211; oder das Prinzip :&#187;Negation ja,aber nur mit nachfolgender Kostruktion&#187;. Die meisten werden seit Ende der 50er Jahre gleichwertig mit Brainstorming und Synectics als Kreativit\u00e4tsmethoden in Management-Seminaren gelehrt.Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Zwicky unerm\u00fcdlich, aber vergeblich versucht, das morphologische Denken und Vorgehen in Zusammenarbeit mit der Kriegstechnischen Abteilung (KTA) auch f\u00fcr die schweizerische Landesverteidigung fruchtbar zu machen. Seine Beziehungen zur Heimat wurden immer enger. Er hielt zahlreiche Gastvortr\u00e4ge, unter anderem an der ETH und Ende der 50er Jahre im Rahmen der Migros-Klubschule. An internationalen Kongressen war er ein gern gesehener, ideenspr\u00fchender Referent, der \u00fcber neue Theorien, die Suche nach Supernovae und Kompakte Galaxien sowie \u00fcber den &#171;Marsch ins Weltall&#187; und m\u00f6gliche T\u00e4tigkeiten auf dem Mond berichten konnte. F\u00fcr seine Verdienste um die Erforschung des Himmels erhielt er 1972 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society in London. Diese Auszeichnung entsprach damals dem Nobelpreis f\u00fcr Astronomen.<br><br><strong>\u00dcber 500 Publikationen<\/strong><br><br>Von seinem Schaffenseifer zeugen \u00fcber 500 Publikationen, darunter auch sehr pers\u00f6nlich gehaltene B\u00fccher wie &#171;Morphological Astronomy&#187;(1957), &#171;Entdecken, Erfinden, Forschen im morphologischen Weltbild&#187; (1966) und &#171;Jeder ein Genie&#187;(1971). Mehrere kosmische Objekte und technische Erfindungen tragen seinen Namen. Internationale Anerkennung erfuhr er von Brasilien \u00fcber Russland bis China. In seinem Todesjahr wurde er in die &#171;Brockhaus Enzyklop\u00e4die&#187; und in die &#171;Encyclopaedia Britannica&#187; aufgenommen. &#171;Meyers Enzyklop\u00e4disches Lexikon&#187; von 1979 bezeichnet ihn als &#171;einen der bedeutendsten Astrophysiker des 20. Jahrhunderts&#187;.<br><br><strong>Aufbau einer lebenswerten Welt f\u00fcr alle<\/strong><br><br>Wissenschafter durch und durch, waren ihm humanit\u00e4rer Einsatz und V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zentrale Anliegen. Er verstand seine Morphologie auch als Mittel zum Aufbau einer demokratischen, friedlichen und lebenswerten Welt f\u00fcr alle. Kurz bevor er f\u00fcr immer in die Schweiz zur\u00fcckkehren wollte, starb er am 8.Februar 1974 in Pasadena. Die ein Jahr zuvor in Glarus mit Unterst\u00fctzung der Regierung des Kantons Glarus und der Gemeinde Mollis ins Leben gerufene &#171;Fritz-Zwicky-Stiftung&#187; verwaltet zusammen mit der Landesbibliothek Glarus seinen Nachlass. Sie bem\u00fcht sich insbesondere auch um die F\u00f6rderung und Verbreitung der Morphologie. Acht Schriften einer Schriftenreihe sind bereits erschienen.<br><br><strong>Literatur<\/strong>:<br><br>Fritz Zwicky: Morphologische Forschung.Winterthur 1959, Neuaufl. Glarus: Baeschlin 1989.<br><br>Fritz Zwicky: Morphology of Propulsive Power. Pasadena\/Z\u00fcrich 1962.<br><br>Roland M\u00fcller: Fritz Zwicky. Leben und Werk des grossen Schweizer Astrophysikers, Raketenforschers und Morphologen. Glarus: Baeschlin 1986.<br><br>Alfred St\u00f6ckli\/Roland M\u00fcller: Fritz Zwick, Astrophysiker, Genie mit Ecken und Kanten. Z\u00fcrich: NZZ Verlag 2008<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fritz Zwicky, geboren 14.Februar 1898 in Varna, gestorben 8.Februar 1974 in Pasadena. Zwicky entstammt einem Zweig der ber\u00fchmten Molliser Familie, der schon seit Generationen im Ausland wirkte. 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